Weihnachten kommt und 10.000 Kalorien verschwanden. Auf einer Weihnachtsfeier der besonderen Art wurden diese Kalorienmassen allerdings nicht in den Körper befördert, sondern aus ihm raus. Weihnachtsfeier geht auch anders. Insbesondere wenn sich eine Handvoll Treppensportfans für 50.000 Stufen in einem hannoverschen Treppenhaus mit 13 Etagen verabredet. So geschehen am Samstag, den 10. Dezember 2016. Morgens um 08:00 Uhr fiel der Startschuss. Alle Teilnehmer durften bei diesem Trainingslauf ganze 116x vom Untergeschoss bis in die oberste 13. Etage und wieder zurück Laufen. Das Zeitlimit betrug 480 Minuten. Wie sich das für eine sinnesspezifische Weihnachtsfeier gehört, war das Buffet ordentlich gedeckt. Hypoglykämien konnten bei regelmäßigen Einkehrschwüngen damit nahezu ausgeschlossen werden.

Als sportverrückter Organisator war ich natürlich mit von der Partie. In der ersten Stunde wurde sich mit rund 8.000 Stufen vorsichtig warm gemacht. Alle waren in etwa gleich schnell unterwegs. Fast alle. Frau Dr. Gabi Hirsemann war vom Start weg enorm fix bei der Sache und zog davon. Ihr diszipliniertes Training der letzten Monate ließ grüßen. Trotz der knallharten körperlichen Belastung hatten wir alle beste Laune und waren immer mal wieder am Plaudern. Diese positive Atmosphäre sorgte bei uns für eine durchgehend hochmotivierte Zeit. „Ist schon toll im Treppenhaus zu laufen“, bemerkte Marco Summermatter nach einigen Stunden. Unser gemeinsamer Antreiber, das ausgeprägte Streben nach körperlicher Aktivität, lag damit auf der Hand. Wer sonst würde so etwas nach über 30.000 Stufen, dabei immer schneller werdend, von sich geben?

Stets neugierig auf die Denkweisen verschiedener Menschen fragte ich unterwegs in die Runde: „Wie erklärt man eigentlich anderen was wir hier tun?“ Antworten: „Schwer zu vermitteln, aber meine Leute kennen mich“. Nächste Frage: „Warum machen wir das?“ Eine Antwort: „Weil ich es kann.“ Nächste Antwort: „Weil ich es will.“ Nächste Frage: „Ist das verrückt?“ Antwort: „Für mich ist nur das verrückt, was ich noch nicht geschafft habe.“ Ein ganz anderer Kommentar kam urplötzlich von meinen Lauffreund Jan Bergmann: „Du Menschenschinder.“ Nach 40.000 Stufen zwackte seine Wade. Mitleid braucht man mit ihm aber nicht zu haben. Jan ist einer, der 10.000 Stufen später gerne den nächsten Spruch bringt: „Ich fühl‘ mich auf einmal wieder so frisch wie am Start“. Um sein Talent beneide ich ihn.

Der unterhaltsame Tag und ein tolles Training gingen schneller zu Ende als gedacht. So ist das ja oft, wenn etwas wirklich Spaß macht. Gabi, Marco, Jan und der Horst schafften es ins Ziel und blieben locker im Zeitlimit. Peter hat aus gesundheitlichen Gründen den Lauf vorzeitig beendet. An dieser Stelle lieber Peter: Richtige Entscheidung – Gute Besserung und gib‘ auf Dich acht! Ich danke allen für die schönen gemeinsamen Stunden und freue mich auf ein Wiedersehen.

Horst Liebetruth

Neben dem reinen Spaß an der eigenen Leistung war dieser 4. VERTICALMARTHON®-Trainingslauf auch für jeden eine wichtige Standortbestimmung. Die WM im VERTICALMARTHON® über 83.808 Stufen ist nur noch 68 Tage entfernt.